Chronisches Erschöpfungssyndrom: Mikroimmuntherapie und andere Behandlungen

Chronisches Erschöpfungssyndrom: Mikroimmuntherapie und andere Behandlungen

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS), auch als Myalgische Enzephalomyelitis bekannt, ist eine multisystemische Erkrankung, die sich auf progressive Weise auf das Immunsystem, das neuroendokrine System und das Herz-Kreislauf-System auswirkt. CFS zeichnet sich durch einen dauerhaften Erschöpfungszustand aus. Darüber hinaus können auch andere Symptome wie Schwäche, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Gedächtnis- und Schlafstörungen auftreten. Diese Erkrankung stellt eine wahrhaftige Herausforderung dar, nicht nur bei der Erstellung der Diagnose sondern auch in Bezug auf die Behandlung.

Chronische Erschöpfung: eine Erkrankung mit diversen Ursachen

Bis dato ist die genaue Ursache dieser Erkrankung noch unbekannt. Man weiß jedoch, dass das chronische Müdigkeitssyndrom auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen ist. Das Auftreten und Fortschreiten der Erkrankung stehen somit in engem Zusammenhang mit einer genetischen Veranlagung, bestimmten Auslösern sowie bestimmten negativen Verstärkern1:

  • Genetische Veranlagung: Es konnte nachgewiesen werden, dass genetische Faktoren das Auftreten von chronischem Müdigkeitssyndrom begünstigen können. Im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2006 konnte das chronische Müdigkeitssyndrom mit genetischen Polymorphien (Veränderungen) in Zusammenhang gebracht werden, die spezifische metabolische Vorgänge, die Immunreaktion sowie eine Reihe von neuroendokrinen Vorgängen beeinflussen2.
  • Auslöser: Als einer der Auslöser der chronischen Erschöpfung gilt der Epstein-Barr-Virus  sowie andere Infektionen wie der Parvovirus oder Toxoplasma gondii. Darüber hinaus zählen neben Virus- und Bakterieninfektionen auch toxische Substanzen zu den bekannten Auslösern, wobei nicht zuletzt auch körperliche Traumata oder Schockerlebnisse das Auftreten von chronischem Müdigkeitssyndrom begünstigen können3.
  • Verstärker: Giftstoffexpositionen, Lebensmittelunverträglichkeiten, Darmdysbiose (Störung des Gleichgewichts der Darmflora) sowie Darmresorptionsstörungen können das Fortschreiten der Erkrankung negativ beeinflussen4.

Therapieansätze bei CFS

Aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine sehr komplexe Erkrankung handelt, ist es äußerst wichtig, die Risikofaktoren jedes einzelnen Patienten genau zu untersuchen, insbesondere in Hinsicht auf die Funktionstüchtigkeit und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, um auf diese Weise für jeden Patienten eine maßgeschneiderte Therapiestrategie zu erarbeiten. Da in vielen Fällen eine Störung des Immunsystems beobachtet wird, kann sich die Mikroimmuntherapie unterstützend auf die Genesung und Regulierung des Immunsystems auswirken. Es handelt sich um ein Therapieverfahren, das auf der Verabreichung von Zytokinen und anderen immunregulierenden Substanzen in periphysiologischen Verdünnungen basiert, die im Einklang mit den natürlichen Mechanismen des Organismus stehen.

Zusätzlich zur Kontrolle des Immunsystems dürfen bei der Behandlung von CFS-Patienten auch folgende Maßnahmen nicht außer Acht gelassen werden: Kontrolle der Verdauungsfunktion / Resorption, metabolische Kontrolle, endokrine Kontrolle, Kontrolle von Entzündungen, Oxidationskontrolle und energetische Kontrolle.

Auf diese Weise kann das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Körpersystemen mithilfe einer multidisziplinären Behandlungsstrategie wiederhergestellt und so die Lebensqualität von CFS-Patienten maßgeblich verbessert werden.

Autorin: Dr. Josepa Rigau (Tarragona, Spanien)