Die häufigsten Autoimmunkrankheiten in Deutschland

Mikroimmuntherapie bei AutoimmunerkrankungenAnnahmen zufolge sind weltweit fünf bis acht Prozent der Bevölkerung von einer Autoimmunerkrankung betroffen. Damit bilden sie die dritthäufigste Gruppe nach Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen. Einige Schätzungen für Deutschland gehen sogar von weitaus höheren Zahlen aus: Hier sind es teilweise zehn bis 15 Millionen Erkrankungsfälle, was etwa 12 bis 18 Prozent entspricht. Insbesondere in den Industrieländern steigen die Zahlen der Neuerkrankungen rasant an. Das Feld der Krankheitsbilder ist bei den Autoimmunerkrankungen dabei sehr breit gefächert. Ungefähr 100 verschiedene Autoimmunerkrankungen sind bekannt. Was genau sind Autoimmunerkrankungen und wieso treten sie in der heutigen Zeit so zahlreich auf? Welche Bedeutung kommt der Mikroimmuntherapie bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen zu?

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Bei einer Autoimmunerkrankung liegt eine gestörte Toleranz des Immunsystems vor, die sich darin äußert, dass Abwehrmechanismen des Körpers sich fälschlicherweise gegen das eigene, gesunde Gewebe richten. Es handelt sich um chronisch-entzündliche Prozesse. Normalerweise nutzt der Organismus derartige Entzündungsprozesse, um gegen schädliche Eindringlinge wie Bakterien oder Viren vorzugehen. Bei einer intakten Immunreaktion erkennen die Abwehrkräfte körpereigene Strukturen und tolerieren sie. Bei einer Autoimmunkrankheit funktioniert die Unterscheidung zwischen „körpereigen“ und „fremd“ nicht mehr fehlerfrei. Bestimmte körpereigene Strukturen werden infolgedessen irrtümlich als schädlich angesehen und lösen die uns sonst eigentlich schützende Immunabwehr aus. Die genauen Ursachen für Autoimmunerkrankungen sind meist weitgehend unklar.

Herpesviren als mögliche Ursachen für Autoimmunerkrankungen

In der Forschung wird seit einiger Zeit die Vermutung untersucht, dass Herpesviren bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen eine bedeutende Rolle spielen. Diese Annahme erfährt in der aktuellen Forschung neue Impulse und ein stärkeres Interesse. Schon längere Zeit gilt das Epstein-Barr-Virus (EBV) als Auslöser verschiedener Krankheiten, für die bis dato keine genauen Ursachen gefunden werden konnten, darunter rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie oder auch Hashimoto Thyreoiditis. Über einen Transkriptionsfaktor, den das EBV in die B-Zellen einschleust, wird Einfluss auf das Erbgut genommen und Risikogene für verschiedene Autoimmunerkrankungen hervorgerufen. Auch bei der Entstehung und Behandlung von Multiple Sklerose (MS) wird angenommen, dass Herpesviren wie EBV das Gehirn infizieren können, sodass die antiviralen Reaktionen nicht nur die Viren, sondern auch das zentrale Nervensystem (ZNS) „angreifen“. Das verursacht unbeabsichtigt Schäden am ZNS. Demnach wird untersucht, ob eine auf EBV gerichtete Therapie dabei helfen kann, MS-Formen vorzubeugen beziehungsweise bestehende Symptome zu lindern.

Nicht heilbar, aber therapierbar

Die Bezeichnung „Heilung“ impliziert, dass das geschädigte Gewebe vollständig wiederhergestellt wird und sich dadurch der intakte Ausgangszustand erreichen lässt. Bei einer Autoimmunerkrankung kann das Gewebe jedoch irreversibel geschädigt werden. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist damit nicht möglich. Durch Therapien können aber die Symptome der Erkrankung gemindert werden. In einigen Fällen treten sie einen sehr langen Zeitraum oder sogar ein Leben lang nicht mehr auf. Das Verschwinden der Symptome der Krankheit über längere Zeit oder dauerhaft wird in der Medizin auch als Remission bezeichnet.

Autoimmunerkrankung vs. Allergie

Sowohl bei Autoimmunerkrankungen als auch bei Allergien liegt eine Fehlleitung der immunitären Abwehr vor. Jedoch sollten die beiden nicht miteinander verwechselt werden. Denn bei einer Allergie verhalten sich die Abwehrkräfte nicht autoimmun. Das bedeutet, sie schätzen nicht eigenes Gewebe als „bedrohlich“ ein und wenden sich gegen dieses, sondern sie bewerten eigentlich harmlose Fremdsubstanzen als potenzielle Gefahren. Hierbei kann es sich beispielsweise um Gräser, Pollen, Tierhaare oder bestimmte Lebensmittel handeln, die eine überschießende Reaktion des Immunsystems auslösen. Bei der Autoimmunerkrankung handelt es sich hingegen um körpereigene, gesunde Zellen, die fälschlicherweise als schädlich angesehen werden und eine abwehrende Entzündungsreaktion gegen den eigenen Organismus hervorrufen.

Welche Autoimmunerkrankungen kommen in Deutschland am häufigsten vor?

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen. Zudem verlaufen die jeweiligen Erkrankungen von Person zu Person nicht immer gleich beziehungsweise nicht mit denselben Symptomen. Die Erkrankung kann theoretisch jede Körperstruktur betreffen.

Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen in Deutschland zählen die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Von ihnen sind auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen. Schätzungsweise leiden in Deutschland rund 400.000 Menschen an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Als ein möglicher Risikofaktor, der das Immunsystem aus der Balance werfen und zu den anhaltenden oder wiederkehrenden Darmerkrankungen führen kann, wird die persönliche Ernährungsweise angenommen. Insbesondere industriell hergestellte (Fertig-) Lebensmittel mit zahlreichen Zusätzen können die Darmflora stören und beispielsweise auch das Leaky-Gut-Syndrom begünstigen.

Auch die Schuppenflechte (Psoriasis) zählt zu den häufigsten Autoimmunkrankheiten in Deutschland. Bei der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung ist der natürliche Rhythmus der Hautzellenerneuerung gestört. Im Normalfall erneuert sich die obere Hautschicht etwa alle 28 Tage. Dabei werden abgestorbene und verhornte Zellen der Oberhaut abgestoßen, sodass darunterliegende frische Hautzellen zum Vorschein kommen. Bei einer Psoriasis erfolgt die Zellbildung aufgrund einer Störung des Immunsystems innerhalb weniger Tage. Dadurch gelangen immer mehr frische Hautzellen an die Oberfläche, wo sie sich ansammeln und die charakteristischen silbrigen Schuppen bilden. Zusätzlich werden Botenstoffe ausgesandt, die Entzündungsreaktionen auslösen und aufrechterhalten, die sich als stark geröteter Bereich sichtbar von den Schuppen absetzen.

Als drittes Beispiel für weit verbreitete Autoimmunerkrankungen ist die Hashimoto-Thyreoiditis zu nennen. Bei der Hashimoto-Erkrankung richtet sich die Immunabwehr gegen das Gewebe der Schilddrüse und ruft dort anhaltende Entzündungsreaktionen vor. Mit der Zeit entsteht ein Mangel an Schilddrüsenhormonen und das Schilddrüsengewebe wird irreversibel geschädigt.

Warum kommen Autoimmunerkrankungen heutzutage so häufig vor?

Worin liegt die Erklärung dafür, dass Autoimmunerkrankungen vor 100 Jahren noch kein so häufig auftretendes Problem dargestellt haben? Wieso nehmen die Erkrankungsfälle so rasch zu?

Unser Immunsystem ist ein hochkomplexes System. Es nimmt nicht nur auf die körpereigene Infektionsabwehr Einfluss, sondern steht auch in engem Kontakt zu vielen anderen Bereichen wie der individuellen Leistungsfähigkeit, dem Denk- und Erinnerungsvermögen oder der Psyche. Gerät der penibel aufeinander abgestimmte Komplex in Dysbalancen, hat das Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Funktionen des Organismus. Vor allem moderne Einflüsse werden häufig als Auslöser für Fehlleitungen im Immunsystem angenommen. Hierzu zählen beispielsweise Umwelttoxine und Schadstoffe, ein andauernder hoher Stresslevel, industriell hergestellte Nahrung mit zahlreichen Zusätzen wie Zucker, Salz und Konservierungsstoffen, Schlafmangel, schädliche Zusätze in Kosmetika, Weichmacher in Plastik sowie Mangelerscheinungen. Auch die genetische Disposition spielt beim Auftreten von Autoimmunerkrankungen eine wesentliche Rolle.

Mikroimmuntherapie und Autoimmunerkrankungen

Ein prominentes Anwendungsgebiet der Mikroimmuntherapie ist die ergänzende Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Autoimmunität ist mit einer Fehlregulation des Immunsystems verbunden. Die Mikroimmuntherapie verfolgt das Ziel, das aus dem Gleichgewicht gefallene Immunsystem wieder in die natürlichen Bahnen zu lenken. Dabei verwendet sie Immunbotenstoffe, die den körpereigenen Botenstoffen sehr ähnlich sind. Zu diesen Immunmodulatoren zählen vor allem hochverdünnte Zytokine und spezifische Nukleinsäuren. Sie helfen dabei, dem Körper zu signalisieren, dass das vermeintlich schädigende Gewebe weder fremd noch „krank“ ist. Durch die Reduzierung der Entzündungsreaktionen werden die Zellen und das Gewebe nicht weiter geschädigt. Die Regulierung des Immunsystems mithilfe der Mikroimmuntherapie erfolgt auf sanfte Weise mit geringen bis geringsten Wirkstoffdosierungen. Dadurch ist die Behandlungsform besonders gut verträglich und mit anderen Therapien kombinierbar.

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Bitte beachten Sie: Die getroffenen Aussagen zu Indikationen und Wirksamkeit beruhen auf den Erfahrungen der praktizierenden Mikroimmuntherapeuten.