Die Komplementärmedizin: Für eine effizientere Gesundheitsfürsorge

Die Komplementärmedizin: Für eine effizientere Gesundheitsfürsorge

 

Gegenwärtig greift jeder Zweite in der Europäischen Union auf die Komplementär- oder Alternativmedizin zurück (auch CAM aus dem Englischen complementary and alternative medicine). Die zunehmende Nachfrage nach diesen Behandlungsmethoden basiert darauf, dass die Patienten immer häufiger nach natürlichen Heilverfahren suchen, die weniger schädlich für ihren Organismus sind. Immer mehr Menschen in Europa nehmen ihre Gesundheit selbst in die Hand und möchten zum Erhalt bzw. der Wiedererlangung ihrer Gesundheit beitragen. Sie erwarten, dass ihre individuellen Bedürfnisse beim Arztbesuch berücksichtigt werden. Deshalb rücken Therapien in den Mittelpunkt, die die Gesundheit als eine komplexe Ganzheit betrachten und sich nicht nur auf die Bekämpfung von Symptomen beschränken. Die Patienten wünschen sich Behandlungsmethoden, die ihnen ihre Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit zurückgeben und sie in die Gestaltung des Genesungsprozesses aktiv mit einbeziehen. Aufgrund ihrer Eigenschaften bietet die Komplementärmedizin die Antworten auf genau diese Bedürfnisse der Patienten.

Wichtigste Merkmale der Komplementärmedizin

Zu ihren wichtigsten Merkmalen gehören:

  • Holistische Betrachtungsweise: Die meisten Behandlungsmethoden der Komplementärmedizin basieren auf einer ganzheitlichen Betrachtung des Patienten. Es wird die Person als Ganzes untersucht (ihre Ernährung, Lebensführung usw.), um das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele wiederherzustellen.
  • Förderung der Selbstheilung und Selbstregulierung des Organismus d. h. der Homöostase (http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6ostase), um eine Anpassung des Organismus an die sich ändernden Bedingungen zu ermöglichen.
  • Persönliche medizinische Betreuung: Ärzte, die Komplementärmedizin anwenden, passen die Therapiestrategie an die individuellen Bedürfnisse des Patienten an. Auf diese Art und Weise lassen sich die Ursachen genauer bestimmen, um sie dann gezielt zu beheben.
  • Beratung hinsichtlich Lebensführung, Ernährung und Gewohnheiten: Ärzte, die komplementärmedizinisch behandeln, motivieren ihre Patienten dazu, ihre Lebensweise, Ernährung und Gewohnheiten gesünder zu gestalten. Dazu zählen unter anderem ein besserer Umgang mit Stress und die Vorbeugung bzw. Behandlung verschiedener pathologischer Vorgänge.
  • Aufgeklärte Patienten: In der Komplementärmedizin steht der Patient als Hauptakteur im Mittelpunkt des Heilungsprozesses. Patienten wird geholfen, ihre Krankheit und die Ursachen, die sie ausgelöst haben, zu verstehen. Ihnen wird gleichzeitig aber auch nahegelegt, ein gesundheitsförderndes Leben zu führen. So nimmt der Patient aktiv am Nachsorgeprozess teil und gewinnt an Autonomie.

Trotz der erhöhten Nachfrage stößt die Komplementärmedizin auf zahlreiche soziale und politische Barrieren (nationale und EU-weite Richtlinien), die den Zugang zu diesen Heilmethoden erschweren. Sowohl Ärzte als auch Patienten, die auf die Komplementärmedizin zurückgreifen, fordern eine Regulierung dieser sowie ihre Integration in das öffentliche Gesundheitssystem gemäß den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). So könnte die Komplementärmedizin zu einem effizienteren Gesundheitssystem angesichts von Herausforderungen wie der zunehmenden Alterung der Europäischen Bevölkerung, der Zunahme chronischer Erkrankungen, sowie schweren Behinderungen oder hohen Krankenhauskosten beitragen.

Quellennachweis

Dieser Artikel basiert auf dem Flyer „CAM 2020: The contribution of Complementary and Alternative Medicine to sustainable healthcare in Europe”, herausgegeben von EUROCAM. Unter diesem Link können Sie den vollständigen Beitrag in englischer Sprachen finden.