Fibromyalgie

Fibromyalgie – wenn der Körper schmerzt

Die Fibromyalgie oder das Fibromyalgiesyndrom ist eine chronische Schmerzerkrankung. Patienten mit Fibromyalgiesyndrom leiden unter Schmerzen in verschiedenen Körperregionen wie Nacken, Rücken und in den Armen und Beinen. Begleitet werden diese Schmerzen häufig durch Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schwellungsgefühle.

Etwa zwei Prozent der Erwachsenen leiden unter Fibromyalgie, Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer. Zumeist treten die Symptome zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Dennoch können auch jüngere Personen betroffen sein. Fibromyalgie ist nicht heilbar, die Therapie konzentriert sich deshalb vorwiegend auf die Linderung der Symptome und die Steigerung der Lebensqualität.

Fibromyalgie-Symptome

Die Fibromyalgie äußert sich in Schmerzen in den Muskeln und Gelenken, manchmal ist auch die Haut betroffen. Sie treten in verschiedenen Körperregionen auf, zumeist im Nacken und Rücken, im Bauch und Brust sowie in den Armen und Beinen. Die Schmerzen werden von Patienten häufig als unberechenbar wahrgenommen, denn sie können im Körper wandern oder von Tag zu Tag unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Aus diesem Grund haben Betroffene oftmals das Gefühl, nichts planen zu können und in ihrem Alltag eingeschränkt zu sein.

Die Muskel- und Gliederschmerzen werden in der Regel von Müdigkeit, Ein- oder Durchschlafstörungen und Steifigkeits- sowie Schwellungsgefühlen begleitet. Sie zählen zu den sogenannten Kernsymptomen.

Außerdem treten bei Fibromyalgie-Patienten häufig noch weitere körperliche Beschwerden auf. Hierzu gehören Magen-Darm-Probleme wie Reizmagen oder Reizdarm, ein erhöhter Harndrang, Menstruationsbeschwerden, Schwitzen und Kältegefühle in Händen und Füßen. Viele Patienten leiden zudem an einer Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen, Lärm oder Licht. Auch psychische Symptome wie Depressionen, Ängste, Antriebslosigkeit oder innere Unruhe treten bei Fibromyalgie-Patienten häufig auf.

Dabei können die Symptome ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Mediziner unterscheiden leichte und schwere Formen von Fibromyalgie. Hierbei geht es vor allem um die Intensität der Schmerzen sowie die Anzahl und Ausprägung der weiteren Symptome.

Auch wenn die Schmerzen eine erhebliche Belastung für die Betroffenen darstellen, werden dennoch die Muskeln und Gelenke nicht geschädigt. Fibromyalgie-Patienten haben die gleiche Lebenserwartung wie Gesunde.

Ursachen für Fibromyalgie

Die Fibromyalgie ist ein komplexes Krankheitsbild, dessen Ursachen noch nicht abschließend geklärt sind. Sicher sind sich Experten jedoch darüber, dass es nicht nur einen einzelnen Auslöser für das Fibromyalgiesyndrom gibt. Sie machen ein Zusammenspiel aus einer genetischen Neigung und körperlichen beziehungsweise seelischen Auslösern für die Entstehung der Krankheit verantwortlich.

Als gesichert gilt, dass Fibromyalgie-Patienten Schmerzen im Gehirn anders verarbeiten. Bei ihnen liegt die Schwelle, ab der Reize als Schmerzen wahrgenommen werden, niedriger als bei Gesunden. Auch die Stressbewältigung ist bei Menschen mit Fibromyalgie verändert. Denn bestimmte Genvarianten, die für die Ausschüttung der Hormone Noradrenalin und Serotonin verantwortlich sind, kommen bei ihnen häufiger vor. Diese sind an der Verarbeitung von Schmerzen und Stress beteiligt.

Zu den Risikofaktoren, die die Entstehung von Fibromyalgie begünstigen können, gehören vor allem dauerhafter Stress und anhaltende Überbelastung im Privatleben oder Beruf, Bewegungsmangel, Übergewicht oder Rauchen. Auch traumatische Erfahrungen in der Kindheit und Jugend wie beispielsweise sexueller Missbrauch, körperliche Gewalt oder Unfälle sind Risikofaktoren für Fibromyalgie.

In der Vergangenheit wurde das Fibromyalgiesyndrom häufig auch als „Weichteilrheuma“ bezeichnet. Auch heute ist diese Bezeichnung teilweise noch anzutreffen, obwohl sie nicht ganz exakt ist.  Denn die Schmerzen bei Fibromyalgie treten zwar in den Weichteilen auf, ihre Ursachen liegen jedoch in der veränderten Schmerzverarbeitung. Weichteilrheuma dient als Oberbegriff für verschiedenste Schmerz-Erkrankungen.

Diagnose der Fibromyalgie

Viele Patienten mit Fibromyalgie haben einen langen Leidensweg hinter sich, denn die Krankheit ist nicht leicht zu diagnostizieren. Da die Beschwerdebilder vielseitig sind, müssen zunächst andere Krankheitsursachen, zum Beispiel orthopädische Probleme, psychische oder rheumatische Erkrankungen, ausgeschlossen werden. Dies kann über Laboruntersuchungen und/oder die Überweisung zu verschiedenen Fachärzten erfolgen.

Im Gespräch wird sich der behandelnde Arzt genau nach den Beschwerden erkundigen. Manchmal kann es hilfreich sein, die betroffenen Stellen auf einer Skizze einzutragen. Für die Diagnose Fibromyalgiesyndrom müssen die Schmerzen an mehreren Tagen in der Woche für mindestens drei Monate aufgetreten sein. Zudem müssen weitere Symptome wie Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Müdigkeit, Magenschmerzen oder -krämpfe oder Kopfschmerzen begleitend auftreten.

Das Schmerzempfinden prüft der Arzt manchmal mithilfe der sogenannten Tender-Points. Diese Druckpunkte liegen im Bereich der Muskeln sowie an den Übergängen und Ansätzen der Sehnen und sind besonders druckempfindlich.

Therapie bei Fibromyalgie

Viele Fibromyalgie-Patienten scheuen Bewegung aufgrund der Schmerzen, jedoch ist belegt, dass Ausdauersport und leichte Bewegung wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking helfen, die Schmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern. Viele Patienten beschreiben auch Thermalbäder, Sauna-Gänge oder Massagen als wohltuend.

Besonders bei starken Schmerzen empfiehlt sich eine multimodale Schmerztherapie. Diese besteht zumeist aus einem Bewegungsprogramm, Psychotherapie und Entspannungsübungen. Zum Teil müssen die Begleiterkrankungen medikamentös behandelt werden. Generell raten Mediziner von herkömmlichen Schmerzmitteln bei Fibromyalgie ab.

Es gibt zudem Hinweise darauf, dass die Ernährung bei Fibromyalgie eine Rolle spielt. In verschiedenen Studien berichteten Patienten von einer Verbesserung der Symptome bei einer Diät mit vorwiegend pflanzlicher Kost. Als Grund hierfür gilt, dass der oxidative Stress bei Fibromyalgie-Patienten besonders hoch ist. Obst und Gemüse liefern besonders viele oxidative (also entzündungshemmende) Stoffe und sind daher gegenüber Fleisch, Zucker, Milchprodukten, Weizen und industriell hergestellten Lebensmitteln zu bevorzugen.

Mikroimmuntherapie in der Fibromyalgie-Therapie

Die komplexe Erkrankung Fibromyalgie erfordert ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Die Mikroimmuntherapie kann in diesem Rahmen eine wichtige Ergänzung darstellen. Sie kann insbesondere den entzündlichen Prozessen der Fibromyalgie entgegenwirken.

Auch hinsichtlich der Stressbewältigung ist die Mikroimmuntherapie von Bedeutung. Denn Stress ergibt sich häufig aus einem Zusammenspiel von Immun-, Nerven- und Hormonsystem, das aus dem Gleichgewicht gelaufen ist. Die spezifische Zusammensetzung der Mikroimmuntherapeutika kann dazu beitragen, dieses Ungleichgewicht wieder zu reduzieren und den Umgang mit Stress für Betroffene zu erleichtern. Bevor die Mikroimmuntherapie in die Fibromyalgie-Therapie integriert werden kann, sind zumeist eine Blutuntersuchung und eine Bestimmung der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten-Typisierung) notwendig. Auf Grundlage der jeweiligen Ergebnisse kann die Mikroimmuntherapie an den Patienten angepasst werden.

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