Warum die Immuntherapie und die Mikroimmuntherapie Geschwister sind

Immuntherapie und MikroimmuntherapieIm menschlichen Körper wird jede zelluläre Reaktion von molekularen Prozessen geregelt, die sich durch eine hohe Komplexität auszeichnen. Auf der biochemischen Ebene sorgen vor allem Botenstoffe dafür, dass ein Gleichgewichtszustand im Körper besteht, der sich ständig dynamisch verändert und anpasst. Kommt es zu kleinen Abweichungen hinsichtlich der Menge einzelner Botenstoffe, kann sich das auf die verschiedensten gesundheitlichen Bereiche auswirken. Dabei sind sowohl ausbleibende oder mangelnde Immunantworten (Erkältung) als auch überschießende Reaktionen (Allergien) möglich.

Innere und äußere Faktoren nehmen fortwährend Einfluss auf die molekularen Mechanismen im Organismus. Zu den inneren Faktoren zählt beispielsweise das Erbgut, während externe Faktoren unter anderem die Ernährung, Schadstoffe, Allergene, Schwermetalle, Stress sowie Medikamente umfassen. Die Immuntherapie konzentriert sich nicht auf eine lokal begrenzte Behandlung, sondern zählt zu den sogenannten systemischen Therapien, die ihre Wirkung im gesamten Körper entfalten. Gleiches gilt auch für die Mikroimmuntherapie. Wo liegen weitere Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede lassen sich festhalten?

Was ist die Immunologie?

Die Immunologie beziehungsweise Immunbiologie beschäftigt sich mit den biologischen und biochemischen Prozessen, die der körpereigenen Abwehr gegen Bakterien, Viren, Pilze und andere Schadstoffe wie Gifte dienen. Überdies beinhaltet sie auch die Analyse von Störung und Fehlfunktionen von Abwehrreaktionen des Körpers. Da zahlreiche Erkrankungen in Verbindung mit Fehlfunktionen des Immunsystem und der Immunantwort des Körpers stehen, ist die Immunologie für die Medizin von großer Bedeutung. Sie gibt Aufschluss und Hilfestellung bei dem Verständnis, der Vorbeugung, der Diagnostik sowie der Behandlung verschiedenster Krankheitsbilder.

Aufgaben des Immunsystems

Die Aufgabe des menschlichen Immunsystems besteht darin, körperfremde und schädliche Substanzen beziehungsweise Zellen im Körper ausfindig zu machen und eine entsprechende Schutzreaktion einzuleiten. Bei einer intakten Immunabwehr erkennt das Immunsystem körpereigene Zellen, sodass diese nicht geschädigt oder bekämpft werden. Es kann somit zwischen „körpereigen“ und „körperfremd“ oder zwischen „bedrohlich“ und „harmlos“ differenzieren.

In einigen Fällen liegt eine Störung oder Fehlleitung des Immunsystems vor, sodass diese Differenzierung nicht mehr reibungslos verläuft. Das kann sich auf verschiedenen Weisen äußern:

  • Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem beispielsweise auf eigentlich harmlose Stoffe und löst somit eine überschießende Reaktion aus.
  • Bei einer Autoimmunerkrankung führen bislang nicht identifizierte Ursachen dazu, dass das Immunsystem die eigenen Zellen des Körpers als schädlich einstuft und somit seine Abwehrfunktionen gegen das eigentlich gesunde Gewebe richtet. Dadurch kann dieses irreversibel geschädigt werden.
  • Bei einer Krebserkrankung hingegen befinden sich tatsächlich entartete und damit schädliche Zellen im Körper. Diese sind jedoch durch Tarn- und Escape-Mechanismen in der Lage, sich dem Zugriff durch das Immunsystem zu entziehen, sodass dieses nicht gegen sie vorgeht.

Was ist eine Immuntherapie?

Gegenstand einer Immuntherapie ist die Behandlung von Krankheitsbildern mithilfe des körpereigenen Immunsystems. Das bedeutet, dass Stoffe eingesetzt werden, die auch die natürliche Abwehrfunktion regulieren. Hierbei handelt es sich um sogenannte Botenstoffe. Zu den Botenstoffen des Immunsystems gehören hauptsächlich Hormone, Neuropeptide, Zytokine und Wachstumsfaktoren. Eben solche Wirkstoffe finden bei der Immuntherapie Anwendung.

Mögliche Nebenwirkungen einer Immuntherapie

Die klassische Immuntherapie arbeitet mit sogenannten high doses. Das bedeutet, dass die verwendeten Immunbotenstoffe in hoher Anzahl beziehungsweise in hohen Konzentrationen verabreicht werden, um eine Antwort des Immunsystems hervorzubringen. Daher kann die Reaktion des Körpers recht stark ausfallen und zu einigen Beschwerden führen. Bei den Abwehrreaktionen des Immunsystems handelt es sich in der Regel um Entzündungsprozesse, die dazu dienen, die Krankheitserreger oder entarteten Zellen zu beseitigen. Wird das Immunsystem durch die Immuntherapie stark beeinflusst, kann es beispielsweise zu Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen, Ausschlägen oder Gelenkschmerzen kommen. Die Beschwerden fallen je nach der Erkrankung, der jeweiligen Therapie und der individuellen Reaktion des Körpers unterschiedlich aus.

Schnittstellen zwischen der Immuntherapie und der Mikroimmuntherapie – was ist das Besondere an der Mikroimmuntherapie?

Wie die allopathische Immuntherapie setzt auch die Mikroimmuntherapie auf körpereigene Botenstoffe wie Zytokine und Wachstumsfaktoren, um Fehlleitungen des Immunsystems von innen heraus zu beheben. In einem wesentlichen Faktor unterscheidet sie sich jedoch von der Immuntherapie: Wie ihr Name bereits vermuten lässt, liegen die jeweiligen Bestandteile der Mikroimmuntherapeutika nur in sehr geringen Dosierungen vor. Damit ähneln sie auch den natürlichen, im Körper befindlichen Mengen der Immunmodulatoren, die ebenfalls in Mikrogramm, Pikogramm oder sogar Phentogramm vorhanden sind. Ein Grund für die geringe natürliche Dosierung im Körper ist die hohe Aktivität der Moleküle. Bereits kleine Veränderungen in der Konzentration können starke Effekte auslösen. Daher verwendet die Mikroimmuntherapie Mikrodosen (low doses und ultra-low doses), die das Immunsystem modulieren. Im Gegensatz zur Immuntherapie ist sie somit deutlich nebenwirkungsärmer.

Kontaktieren Sie die MeGeMIT bei Fragen zur Mikroimmuntherapie.

Bitte beachten Sie: Die getroffenen Aussagen zu Indikationen und Wirksamkeit beruhen auf den Erfahrungen der praktizierenden Mikroimmuntherapeuten.