Lyme-Borreliose: Die Rolle der Mikroimmuntherapie in der therapeutischen Strategie

Borrelia burgdorferi ist eine der drei bekannten Varianten der Bakterie, die die Lyme-Borreliose auslöst

Die Abschlussarbeit ihres Pharmaziestudiums hat Amandine Godard einem interessanten Themengebiet gewidmet: „Die Integration der Mikroimmuntherapie in die therapeutische Strategie bei Lyme-Borreliose“.

Das Ziel der Abschlussarbeit bestand einerseits darin, die allgemeinen Prinzipien der Mikroimmuntherapie vorzustellen und dieses Therapieverfahren an der Universität Nantes (Frankreich) bekannt zu machen; andererseits sollten die Möglichkeiten der Mikroimmuntherapie in der Behandlung der Lyme-Borreliose erläutert werden.

Was genau ist die Lyme-Borreliose?

Diese Krankheit ist heutzutage in Ärztekreisen einschlägig bekannt. Allerdings sind die Daten hinsichtlich Verbreitung der Lyme-Borreliose  weltweit stark abweichend, weil die Länder sehr unterschiedliche Kontrollsysteme verwenden. Die Lyme-Borreliose ist in 63 Ländern endemisch.

Die Krankheit ist bakteriellen Ursprungs und wird von verschiedenen Arten der Gattung Borrelia verursacht. Jede einzelne davon kann ganz bestimmte klinische Symptome auslösen. Diese Bakterien werden von Zecken der folgenden drei Gattungen übertragen: IxodesDermacentor und Rhipicephalus. Zecken können die Krankheit in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien übertragen. Die Pathologie zeichnet sich durch drei aufeinander folgende Phasen aus: eine Lokalinfektion, gefolgt von der Ausbreitung des Erregers im Organismus, die schließlich in einer chronischen Phase enden kann. Allerdings ist diese letzte Phase, die mit der Persistenz der Bakterien im Körper der Patienten in Verbindung steht, noch umstritten.

Die Wanderröte (Erythema migrans) ist ein klares Symptom, das auf einen Zeckenbiss folgt. Diagnose und Therapie der akuten Phasen sind in medizinischen Kreisen ausreichend bekannt. Allerdings sind die chronischen Phasen nach wie vor schwierig zu diagnostizieren. Es wird angenommen, dass diese Phase der Lyme-Borreliose auf eine Modulation des Immunsystems zurückzuführen ist – einerseits durch die Zecke selbst, andererseits vermutlich auch durch die auslösenden Bakterien.

Welche Rolle übernimmt die Mikroimmuntherapie in der therapeutischen Strategie?

Die Mikroimmuntherapie kann als Teil des Behandlungsplans bei Lyme-Borreliose eingesetzt werden, bei dem klinische und biologische Aspekte des Patienten berücksichtigt werden. Zu diesem Behandlungsplan gehören einerseits Antibiotika, da es sich um eine Pathologie bakteriellen Ursprungs handelt. Zusätzlich zu den Antibiotika können bei Koinfektionen auch noch andere antimikrobielle Substanzen eingesetzt werden. Der beste Schutz sind nach wie vor die Vorbeugung und die schnellstmögliche Entfernung der Zecke.

Angesichts einer Infektion mit Borrelia-Bakterien kann die Mikroimmuntherapie zur Unterstützung der Immunreaktion verwendet werden.  Ziel dieses therapeutischen Ansatzes ist die Begünstigung einer optimalen Immunreaktion angesichts bakterieller Infektionen durch den Einsatz sehr geringer Dosen von Zytokinen und Nukleinsäuren. Dabei sollen Immunzellen wie Makrophagen sowie B- und T-Zellen zum Infektionsort rekrutiert werden, die eine wichtige Rolle in der Kontrolle und Vernichtung von Bakterien und anderen Krankheitserregern spielen. Die Mikroimmuntherapie ist gut verträglich und kann zusammen mit allen anderen Behandlungsmethoden eingesetzt werden.

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