Leaky-Gut-Syndrom: wenn die Darmbarriere geschädigt ist

Nicht nur bei der Verdauung, sondern auch im Zusammenhang mit dem Immunsystem kommt dem Darm eine große Bedeutung zu – immerhin befinden sich dort etwa 80 Prozent unseres Abwehrsystems. Ist der Darm geschwächt, wirkt sich dies auch auf die Entwicklung und Funktion unserer Immunabwehr aus. Ebenso kann eine Abwehrschwäche Einfluss auf den Magen-Darm-Trakt nehmen. Kleine oder kurzfristige Belastungen kann der Darm in der Regel sehr gut ausgleichen. Bei anhaltenden oder schwereren Störungen können hingegen Erkrankungen auftreten.

Was ist das Leaky-Gut-Syndrom?

Leaky Gut

Übersetzt bedeutet die Erkrankung „durchlässiger Darm“. Die menschliche Darmwand umfasst eine Fläche von etwa 300 bis 500 Quadratmetern und stellt somit die größte Kontaktfläche zwischen dem Körper und den externen Stoffen, die wir aufnehmen, dar. Ihr kommt eine wichtige Doppelfunktion zu, denn einerseits muss sie in der Lage sein, Nährstoffe und Flüssigkeit aus dem Darminneren in den Blutkreislauf zu lassen. Andererseits hat sie auch die Aufgabe, vor schädlichen Fremdsubstanzen und Krankheitserregern zu schützen und diesen den Weg zu versperren. Um dies zu ermöglichen, sind die Schleimhautzellen in einer engen Zellverbindung (Tight-Junctions) angeordnet. Beim Leaky-Gut-Syndrom liegt eine Lockerung der zuvor beschriebenen Zellverbindung vor, wodurch nicht nur die vom Körper benötigten Stoffe, sondern auch bakterielle Toxine, unzureichend verdaute Nahrungsbestandteile, chemische Schadstoffe und Allergene in den Blutkreislauf gelangen können. Infolgedessen können Entzündungen, Stoffwechselstörungen, Immunreaktionen und Störungen des Hormonhaushalts auftreten.

Welche typischen Symptome treten beim Leaky-Gut-Syndrom auf

Eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms kann sich auf verschiedene Weise auf die Gesundheit auswirken. Da der Magen-Darm-Trakt und das Immunsystem in enger Verbindung miteinander stehen, können viele unterschiedliche Beschwerden bei einem Leaky-Gut-Syndrom vorliegen. Im Folgenden ist eine Auswahl der Symptome genannt, die auftreten können:

  • akute und chronische Darmbeschwerden (z. B. Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Krämpfe)
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen und ein allgemeiner Leistungsabfall
  • Allergien
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Hauterkrankungen
  • chronische Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Stimmungsschwankungen und Depression
  • Entzündungsneigungen
  • Autoimmunerkrankungen

Ursachen für das Leaky-Gut-Syndrom

Zu den möglichen Ursachen für das Auftreten eines Leaky-Gut-Syndroms zählen verschiedene Faktoren, die

  • die Darmschleimhaut angreifen,
  • die Schleimhautschicht zerstören,
  • das sekretorische Immunglobulin A (sIgA) – ein Antikörper, der Schad- und Giftstoffe bindet und aus dem Körper transportiert – reduzieren,
  • die Darmflora schädigen.

Insbesondere der moderne Lebensstil gilt als Risikofaktor für ein Leaky-Gut-Syndrom. Durch einen erhöhten Stresslevel, industriell veränderte Nahrungsmittel und den täglichen Kontakt mit Umwelttoxinen entsteht ein Ungleichgewicht, das sowohl das Immunsystem als auch die Darmflora betrifft. Ebenso können Entzündungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie bestimmte Medikamente Darmschäden hervorrufen. Bei einem Leaky Gut wird der Verzicht auf industriell verarbeitete und glutenhaltige Lebensmittel empfohlen.

Leaky-Gut-Syndrom, Silent Inflammation und Autoimmunerkrankungen

Ist die Barrierefunktion der Darmschleimhaut gestört, können unter anderem Krankheitserreger und größere Nahrungsmittelpartikel aus dem Darminneren in den Körper gelangen. Dadurch ist es möglich, dass die Schutzfunktion des Immunsystems aktiviert wird und systemische Entzündungsprozesse (Silent Inflammation) eingeleitet werden. Das bedeutet, dass der Entzündungsprozess, der im Regelfall im Darm stattgefunden hätte, nun an einer anderen Körperstelle auftritt. Es kann zu einem chronischen stillen Entzündungsgeschehen kommen, das eine Schädigung von Zellen und Gewebe hervorruft. Die Entzündung (eigentlich eine Immunreaktion zum Schutz gegen Krankheitserreger) richtet sich also gegen körpereigenes Gewebe. Der Körper richtet seine Schutzfunktion somit fehlerhaft gegen sich selbst, was als Autoimmunreaktion bezeichnet wird. Es wird angenommen, dass bei allen Autoimmunerkrankungen eine erhöhte Darmdurchlässigkeit vorliegt und dass durch eine Regeneration der Darmwand auch die Autoimmunerkrankung eingegrenzt werden kann.

Welche Hilfe bietet die Mikroimmuntherapie beim Leaky-Gut-Syndrom

Die Mikroimmuntherapie wirkt den Entzündungsprozessen im Darm und anderen Körperstellen entgegen. Zur Heilung des Leaky Gut ist eine Darmsanierung und Ernährungsumstellung auf möglichst frische, nicht industriell verarbeitete und glutenfreie Lebensmittel unerlässlich. Erst wenn das Leaky Gut behoben ist, sollte auch die Darmflora wiederhergestellt werden, da anderenfalls Darmbakterien ins Blut gelangen können. Parallel sollte die Mikroimmuntherapie eingesetzt werden, um die Entzündung zu bekämpfen. Sie zielt auf eine Regulation des Immunsystems ab. Hierfür werden körpereigene Immunbotenstoffe (Zytokine) und Nukleinsäuren in sehr geringer Dosierung sublingual dem Körper zugeführt. Diese Zytokine fungieren als eine Art Kommunikationsmittel und modulieren die entsprechende Immunantwort. Das bedeutet, dass sie den Entzündungsprozess, der durch das Leaky-Gut-Syndrom verursacht werden kann, hemmen. Da die Mikroimmuntherapie einen sanften und gut verträglichen Behandlungsansatz darstellt, kann sie mit weiteren Therapien kombiniert werden, ohne diese in ihrer Wirkung negativ zu beeinflussen.

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